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Dies Irae – Tage des Zorns: 

Gedenken an Freiburgs dunkle Stunde 

Freiburger Bachchor führt Benjamin Brittens monumentales Chorwerk „War Requiem“ als großes Konzert- und Bildungsprojekt in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum auf 

Am 27. November ist es 80 Jahre her, dass die Freiburger Innenstadt nach nur knapp einer halben Stunde in Schutt und Asche lag. Dieses denkwürdige Datum nimmt der Freiburger Bachchor unter der Leitung von Frank Markowitsch zum Anlass, Benjamins Brittens wohl eindrücklichstes Werk, das „War Requiem“ am 10. November 2024 im Freiburger Konzerthaus aufzuführen – als ein starkes, polyphones Statement für Frieden und Verständigung. 

Für die Konzerte des Freiburger Bachchors konnten namhafte Solist*innen gewonnen werden: die international gefragte Sopranistin Maria Bengtsson, Tenor David Fischer, Enkel des Bachchor Gründers Theodor-Egel, der 2024 u.a. bei den Salzburger Festspielen zu hören ist und Markus Eiche, der vor allem als stimmgewaltiger Wagner-Interpret in Bayreuth von sich reden machte. Unter Mitwirkung des Orchesters und des Chores der Musikhochschule Freiburg überwältigen und überzeugen der Freiburger Bachchor, das Freiburger Bachorchester sowie die Freiburger Domsingknaben die Zuhörer*innen in der dramaturgisch sorgfältigen Interpretation unter der Gesamtleitung von Frank Markowitsch. 

Brittens Komposition, die an ein Oratorium erinnert, verbindet den lateinischen Text einer Totenmesse mit den Kriegsgedichten des britischen Dichters Wilfred Owen, der selbst in der letzten Woche des ersten Weltkriegs gefallen ist. Eindringlich, anklagend und mitreißend, immer aber von tiefer Trauer durchzogen, ist das War Requiem heute Musik zum Andenken an die Toten vergangener Kriege und gleichzeitig ein emotionales Mahnmal für den Frieden. „Nie wieder Krieg“ – das ist die Formel, auf die sich Brittens War Requiem verdichten lässt. 

Mit beißender Ironie betitelte Owen sein bekanntestes Anti-Kriegsgedicht mit den Worten des römischen Dichters Horaz: „Dulce et Decorum est“, um dann erst in der letzten Zeile aufzulösen: „The old Lie: Dulce et decorum est pro patria mori“ (Es bleibt die alte Lüge, dass es süß und herrlich ist, fürs Vaterland zu sterben). Owens englischsprachige Gedichte können heute als poetisches Protokoll der Kriegs- Grausamkeiten gelesen werden und widmen sich inhaltlich vor allem dem Leid von Soldaten und der Hilflosigkeit der dem Krieg ausgelieferten Zivilbevölkerung. Benjamin Britten übertrug die in Owens Gedichten aufgezeigte Sinnlosigkeit, die Wut über das unnötige Sterben und die Trauer darüber in Musik, die bis heute Gültigkeit hat und keinen Zuhörer kalt lässt. 

Durch die Kooperation mit dem in Freiburg Anfang 2025 neu eröffnenden NS- Dokumentationszentrum wird das Projekt stark in der Stadt verankert. Vorträge – unter anderem von dem renommierten Historiker Ulrich Herbert – Stadtführungen und Workshops flankieren das Konzert. 

Benjamin Brittens War Requiem will auch in Freiburg 80 Jahre nach seiner fast vollständigen Zerstörung nachhallen und daran erinnern, dass es derzeit Krieg in Europa gibt und Frieden leider immer noch nicht selbstverständlich ist. 

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Konzertinformationen: 

Sonntag, 10. November, 19 Uhr, Konzerthaus Freiburg Benjamin Britten – War Requiem (Konzerteinführung 18 Uhr)


Maria Bengtsson – Sopran
David Fischer – Tenor

Markus Eiche – Bass
Freiburger Bachchor
Chor und Orchester der Hochschule für Musik Freiburg
Freiburger Domsingknaben (Einstudierung Boris Böhmann) Freiburger Bachorchester
Frank Markowitsch – Künstlerische Leitung